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Ein RMIS: Nur was für Risk & Insurance Manager oder auch für Versicherer?

Mit einem RMIS koennen alle Stakeholder auf Daten und Informationen zugreifen

Es scheint, als ob mein Mantra „ein RMIS (Risikomangement-Informationssystem) ist die Grundlage für ein effizientes und transparentes Risiko- und Versicherungsmanagement“ auch außerhalb der Community der Risikomanager und Versicherungseinkäufer Gehör gefunden hat.

Denn das effiziente und transparente Management von Kundendaten, die im Rahmen von Risiko- und Versicherungsmanagement-Prozessen anfallen, ist eine Hausaufgabe, die sich vermehrt auch Industrieversicherer in die Hefte schreiben.

So traf ich vor ein paar Tagen den Leiter Risk Engineering eines führenden Industrieversicherers. Er berichtete mir von der Herausforderung, dass immer mehr große, aber auch mittlere Industriekunden an einem „Austausch von Daten und Informationen im Bereich Risikobesichtigungen und Empfehlungen interessiert sind“.

Viele internationale Kunden haben bereits eigene „Property Loss Control“ IT-Lösungen entwickelt und/oder eine klassische Maklersoftware im Einsatz, um zum Beispiel standortbezogene Risikodaten, Besichtigungen, Empfehlungen und den Stand der Umsetzung von Maßnahmen zu monitoren.

Andere Kunden haben keine eigene IT-Lösung, möchten aber dennoch gerne flexibel auf ihre Risikodaten, Berichte und Auswertungen zugreifen und zwar ohne diese jedes Mal bei ihrem Versicherer anfragen zu müssen (und dann nicht sicher zu sein, in welcher Form die Daten kommen und wie verlässlich sie sind).

Der Ruf nach mehr „Datendemokratie“ wird lauter

Obwohl beide Kundengruppen unterschiedliche „Reifegrade“ in Bezug auf das Management von Risikodaten aufweisen, haben sie doch eines gemeinsam: Sie erwarten im Zeitalter der Digitalisierung von ihrem Versicherer und Dienstleister mehr self-service Dienstleistungen - wie zum Beispiel den Zugriff auf Daten rund um die Uhr und unabhängig von Öffnungszeiten und die Möglichkeit, über digitale Kanäle mit ihrem Dienstleister zu kommunizieren. Außerdem einen grundsätzlich effizienteren und transparenteren Datenaustausch. Ich nenne das den „Ruf nach mehr Datendemokratie“.

Denn Risk- und Insurance Manager wollen (und müssen) zurück in den Fahrersitz und die Kontrolle über ihre Risiko- und Schadendaten erlangen. Die Notwendigkeit, den Überblick über sämtliche Daten zu behalten nimmt mit der Anzahl und Komplexität der Risiken und – um beim Beispiel zu bleiben - der Zahl der mit dem Risk Engineering beauftragten Service Provider zu. Je mehr interne und externe Stakeholder an einem komplexen Prozess beteiligt sind, desto wichtiger wird es, dass alle Beteiligten zu jederzeit Zugriff auf relevante Daten haben und wissen, wer was bis wann zu tun hat.

Die kundenseitig geforderte „Demokratisierung des Datenmanagements“ hat für den Versicherer und Dienstleister substantielle Auswirkungen. Und zwar darauf, wie er Kundendaten, die im Rahmen von Wertschöpfungsprozessen erhoben werden – hierzu zählt insbesondere das Property Loss Control als Kernaufgabe - erhebt, speichert, aufbereitet, auswertet und Kunden zur Verfügung stellt.

Datenmonopol durch abgeschlossene Datentöpfe

Und hier liegt das Problem: Wie beim Privatkundengeschäft sind auch die in der Industrieversicherung eingesetzten IT-Lösungen historisch gewachsen und primär für die Abbildung von internen Prozessen entwickelt worden. Die Systemlandschaft bzw. Applikationen waren nie darauf ausgerichtet, Kunden und evtl. auch Dienstleistern des Kunden Zugriff auf diese Daten zu geben oder Daten mit kundenseitigen IT-Systemen auszutauschen. Erst durch erhebliche Modernisierungsanstrengungen ihrer Bestandsführungssysteme, bzw. Investitionen in die Digitalisierung, gelingt es Industrieversicherern zunehmend, mehr Datendemokratie herzustellen, interne Systeme zum Kunden hin zu öffnen (z.B. durch Melde-/Kundenportale oder Auskunftsplattformen, Mobile Apps) und Kunden aktiv in die Wertschöpfung einzubeziehen.

Aber ein wesentliches Problem bleibt weiterhin bestehen: nämlich das der Datenunabhängigkeit. Bei proprietären Lösungen, wie die vom Versicherer/Dienstleister bereitgestellten Kunden- bzw. Auskunftsportalen, kann der Risk & Insurance Manager nur so lange auf seine Risiko-, Versicherungs- und Schadendaten zugreifen, wie er Kunde des Versicherers ist. Deckt er Risiken auf einen anderen Versicherer um, verliert er den Zugriff auf das Portal. Ein solcher „Lock-In“ ist vom Versicherer gewollt (Stichwort: Kundenbindung), entspricht aber nicht meinem Verständnis von einem unabhängigen Datenmanagement.

Eine unabhängige Datendrehscheibe als SPOT

Für mehr Datendemokratie wäre dem Industrieversicherer und seinen Kunden geholfen, gäbe es „in der Mitte“ eine Art unabhängige Datendrehscheibe, die unter anderem die folgenden Eigenschaften aufweist:

  • Single Point of Truth (SPOT): Alle Parteien greifen auf zentrales „Datenlager“ mit einer einzigen Datenbasis zu.
  • Beliebige Stakeholder arbeiten gemeinsam auf einer einzigen Plattform; bspw. das konzernweite Versicherungsmanagement, Ansprechpartner in den Niederlassungen, Ingenieure, Property Loss Control Abteilung des Versicherers, sonstige Dienstleister etc.
  • Der Kunde kann zu jeder Zeit und von überall über das Web mit seinen Daten arbeiten.
  • Die Verteilung von Daten erfolgt gemäß Anforderungen des Kunden: entweder Nutzung als „Daten-Hub“ für den automatisierte Datenaustausch zwischen Kunden- und Versicherer-IT; oder als „Auskunftsportal“ (siehe vorheriger Punkt).
  • Last, but not least: Der Zugriff auf Daten ist unabhängig vom besitzenden Versicherer (oder Broker) möglich.

Moderne Risikomanagement-Informationssysteme (RMIS) können ohne Probleme die Rolle einer solchen unabhängigen Datendrehscheibe übernehmen. Denn sie erfüllen obige Kriterien und bieten darüber hinaus noch weitere Fähigkeiten, die immer wichtiger werden:

  • „Embedded Analytics“: Monatliches Berichtswesen war gestern. Im schnelllebigen 21. Jahrhundert sind sofortige Einblicke gefragt, mit unmittelbarer Handlungsrelevanz. Ein modernes RMIS bietet intuitive Tools für die unkomplizierte Datenanalyse in Echtzeit.
  • „Business Process Management“: Daten entstehen im Rahmen von Prozessen. Letztere gilt es, IT-seitig möglichst robust und zugleich flexibel abzubilden. Ein modernes RMIS verfügt über leistungsstarke und zugleich intuitive BPM-Tools, um Prozesse zu automatisieren und die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten effizienter zu gestalten.

Bereits „ouf-of-the-box“ bietet ein RMIS viele Funktionen, die dabei helfen, die Zusammenarbeit zwischen Industriekunde und Versicherer effizienter und transparenter zu gestalten und mehr Datendemokratie zu schaffen. Ein RMIS ist in somit vielerlei Hinsicht ein „Win-Win“ für beide Seiten und geht über den klassischen Einsatzbereich des reinen Datenmanagement-Tools für das konzernweite Risk & Inusrance Management hinaus. Ein RMIS kann nämlich überall da eingesetzt werden, wo mehr Datendemokratie benötigt wird.

Detaillierte Informationen über den Einsatz eines Risikomanagement-Informationssystems (RMIS)

Kategorien: Datenmanagement Ansichten und Aktuelles Risk Management Software